15.05.17

Voll verstrahlt #3 - Lukas Olde

Die Taktik
Nach dem perfekten Start in die neue Saison schmiedeten wir Pläne für unser weiteres Vorgehen.
Bisher fischten wir instant, verteilten kleine Fallen oder einzelne Pop Ups am Chod Rig oder Hinged Stiff Rig an den Uferbereichen des kleinen Grabens. Da das Gewässer im Durchschnitt doch relativ eintönig ist und auch sonst wenige Strukturen aufweist, orientierten wir uns an den kleinen Schilfgürteln und den Krautfelder, die den Winter überlebt haben. Der Untergrund ist schlammig und mit ordentlich abgestorbenem Kraut übersäht, nur in den direkten Uferbereichen finden sich kleine sandige Abschnitte. Diese galt es zu finden.
Jonas füttert unsere auserkorenen Plätze regelmäßig mit 16ner Boilies, Mais und Tigernüssen. Jeweils ein bis zwei Hände pro Platz reichen dabei vollkommen aus. So können wir ohne großen Futteraufwand viele kleine Bereiche attraktiv halten und den Platz nach den vor Ort herrschenden Bedingungen anpassen.

Die zweite Nacht stand uns bevor, um einiges kühler und windiger, als beim ersten Mal. Jonas vertraute seinen Schneemänner, während ich meine gelben Popis mit Goo aufzog. Gerade legten wir die letzte Montage aus, als ein einzelner Piepser aus der Funke ertönte. Ich lief zur Rute, die ich etwa 30 m rechts von unserem Platz aufstellte. Aus unserer ersten Session lernten wir, dass das Fischkontakt bedeuten könnte. Legt man die Rute nach rechts aus und fischt Slagline (durchhängende Schnur), was hier dringend erforderlich ist, kann der Fisch in die linke Richtung ziehen, ohne dass der Delkim ein Ton von sich gibt. Und es war tatsächlich so, die Schnur zog langsam nach links und die Spitze der Rute fing an sich zu neigen. Mein Kontrahent stand schwer in der Wassersäule, seine Bewegungen ruhig und als die dicke Wanne das erste Mal die Oberfläche durchbrach, trauten wir unseren Augen kaum. Das war ein richtiges Uboot. Wer ahnt schon, dass in diesem Kleinstgewässer Fische mit über 15kg ihre Bahnen ziehen. Einfach der atomastisch!

Auch Jonas Taktik ging voll auf, kurz vor Mitternacht lief seine Schneemannrute ab und wir fotografierten einen narbigen dunklen Spiegler im Schein des ausgeleuchteten Haupteingangs. Bis zum nächsten Morgen fingen wir noch zwei wunderbare Fische.
Das alles geschah Anfang des vergangenen Monats, und dieser Monat sollte uns noch einige Hürden bereiten. Die Bedingungen änderten sich und wir mussten uns anpassen, doch dazu mehr in „Voll verstrahlt #4“

Dafür sind wir hier

Wenig, aber attraktives Futter

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