20.05.17

Voll verstrahlt #4 - Lukas Olde

Flexibel bleiben
Die Bedingungen änderten sich im Laufe des Aprils gewaltig und wir mussten uns anpassen.
Das Wetter war alles andere als konstant. Wind, Sonne, Regen, Schnee und Hagel einfach alles war mit dabei. Wir wussten, dass es in der nächsten Zeit kein leichtes Unterfangen wird. Gerade an einem so kleinen und flachen Gewässer, schlägt es den Fischen bei diesem wechselhaften Wetter stark auf den Magen. Unsere erste Maßnahme war die Reduzierung der eingebrachten Futtermenge.
Nur noch alle 3 Tage landete eine Hand voll Futter auf den Plätzen, diese wurde zudem noch großflächig gestreut. Wir hofften so die Fische bei Laune halten zu können, sodass sie regelmäßig unsere Plätze anschwimmen. Von Tag zu Tag wurde das Wasser klarer und inzwischen kann man abschnittsweise sogar den Gewässergrund erblicken.
Bissen anfangs, als das Wasser noch trüber war auch tagsüber die Fische, so verschob sich bei zunehmend aufklarendem Wasser die Beißzeit in die Dämmerungs- und Nachtstunden. Bei Kurzsessions am Nachmittag hatten wir nur noch Bisse an den Abschnitten, auf denen der Wind stand und das Wasser kräftig umwälzte. Gezielt Fische zu erblicken, wurde immer schwieriger.
Kurz nach Ostern fing Jonas weitere Fische bis über 30 pfd. Das Wetter war kurze Zeit konstant und die Fische fraßen wieder.
Eine Woche später liefen wir fast den ganzen Graben entlang und sahen nichts. Nur ein Meterhecht stand seelenruhig auf dem Kraut im flachen Uferbereich. Von Karpfen war keine Spur zu sehen. Weite Teile waren glasklar und gut überschaubar an diesem windstillen Nachmittag. Nur auf der Deichseite, an dem friedlich die Lämmchen grasen, war das Wasser stark eingetrübt. Hier waren wir richtig. Die Ruten wurden strategisch verteilt und schon in der Dämmerung war es Jonas der einen dickbäuchigen Spiegler in die Linse halten durfte. Gerade wollte ich auf der Liege Platz nehmen, um die Bilder zu begutachten, als auch mein Bobbin langsam nach in Richtung Blank wanderte.
Kurze Zeit später lag ein alter Spiegler mit dicker Schwanzwurzel in den Maschen des Keschers. Während wir bisher ausschließlich junge Fische fingen, gehörte dieser definitiv mit zu den Älteren der Atomgrabenbande! Wir waren mega „verstrahlt“!
Im Scheinwerferlicht des Autos schoss Jonas perfekte Fotos. Ich schreibe diese Zeilen und schaue immer wieder die vielen Fotos an. Dieses Gewässer und vor allem seine Bewohner haben alle ihren eigenen, und besonderen Charme. Ich bin gespannt was noch auf uns zukommt, eventuell schwimmt hier ja noch die ein oder andere dicke Überraschung!

Black & Whites in Action

Halb ist doppelt soviel

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