09.11.15

Vom Pech verfolgt - Peter Haudum

Nach einem traumhaften Start, bereits in den noch eisigen Februarnächten konnte ich mehrere Fische überlisten, startete ich top-motiviert in die noch junge Saison. Unerwartet traf mich jedoch ein Schicksalsschlag in meiner Familie sehr und an Angeln war vorerst nicht mehr zu denken. Erst Ende Mai machte ich mich mit Michael und unserem niederländischen Kumpel Jamie auf den Weg nach Holland an einen Fluss. Leider stimmte das Timing nicht, die Fische waren in der gegenüberliegenden Flachwasserzone am Laichen und unsere Montagen konnten wir aufgrund der Strömung bzw. dem Treibgut nicht in diesem Areal ablegen. Schließlich schnappten wir uns jeder eine Rute, überquerten den Fluss und versuchten die Fische mit Zigs zu überlisten. Barfuß und knietief im Schlamm stehend stockte mir der Atem, als plötzlich ein traumhaft gezeichneter Koi aus dem dichten Unterwasserwald auftauchte und mehrere Runden um meinen Köder drehte. „Der nimmt das, der nimmt das sicher!!!“ flüsterte mir Jamie zu und ich sah mich schon vor meinem geistigen Auge mit dem Koi vor der Kamera posieren. Offensichtlich hatte er jedoch den Braten gerochen und verschwand kurze Zeit später wieder im dichten Grün. Weitere Stalking-Versuche blieben aus, denn ein anderer Angler baute sein Camp dort auf.
Wieder zuhause verbrachte ich einige Nächte in den unterschiedlichsten Abschnitten der Donau. Zwar hatte ich beinahe bei jeder Session Erfolg, jedoch blieb leider der erhoffte „Dicke“ aus. Anfang Juli ging es mit meiner Freundin nach Südfrankreich. Sonne tanken und Sightseeing war angesagt. Wir verbrachten 5 traumhafte Tage an den Ufern des Lac de Saint Cassien. Scheinbar hatten dies jedoch mehrere vor, denn neben den unzähligen Badegästen, es war Ferienbeginn in dieser Region, reihte sich ein Angler an den Anderen und es lief eher schleppend am gesamten See. Den einzigen Run den ich verbuchen konnte, verlor ich leider in einem Hindernis in 11 m Tiefe. Den restlichen Urlaub verbrachten wir in den traumhaften Städten der „Côte d`Azur“.


Urlaub machen, auch gut!

Neue Stelle, neues Glück? Leider nicht...

Als der Alltag mich wieder hatte, kam die nächste erschütternde Nachricht. Mein Arbeitskollege hatte einen Herzinfarkt. Dies bedeutete für mich die arbeitsintensivsten Wochen in meinem Leben und das Tackle blieb bis zur nächsten Urlaubssession im Keller.
Ende September ging es für mich und Dominik an den Lac du Der. Die erste Woche herrschte Sonnenschein und starker Ostwind der wohl alle Fische aus unserem Bereich wegdrückte. Wir hofften auf den angekündigten Wetterumschwung, mit Regen und Westwind. Die Ausbeute blieb jedoch recht bescheiden, wir konnten nur einen Waller und einen kleinen Schuppi, der mir vor dem obligatorischen Erinnerungsfoto entwischte, überlisten. Was jedoch zur richtigen Zeit am richtigen Spot möglich ist, erfuhren wir von einem befreundeten Franzosen. Dieser See hat unglaubliches Potential und ich werde ihm sicher wieder einen Besuch abstatten, nur diesmal am hoffentlich richtigen Platz.
Jetzt werde ich meine gesamte Hoffnung in die Winterangelei legen, der Platz steht bereits unter Futter und vielleicht kehrt das Glück zurück...
Peter Haudum

News ArchiveNEWS ARCHIVE

ARCHIVE