26.10.15

Von der Saat und der Ernte - Andi Hetzmannseder

Der Oktober ist schon einige Tage alt. Man könnte fast meinen die herbstlichen Winde haben die Kalenderblätter zur Tür hinaus geweht. So kommt es mir zumindest jetzt im Moment vor, während ich diese Zeilen schreibe. Der Sommer ist an mir nur so vorbeigerauscht. Ferialpraktikas, Gelegenheitsjobs, Termindruck und ein kaputtes Auto über längere Zeit, das waren keine optimalen Voraussetzungen für erfolgreiches Angeln. Erst Mitte September sollte sich wieder etwas Routine in meinem Alltag einstellen und ich war heiß, endlich wieder loszulegen. Ein Gedanke, der schon seit einigen Jahren in meinem Kopf schlummerte begann zu keimen. Neues Wasser, neue Fische, aber auch neue Herausforderungen und Veränderungen sollten folgen. Gemeinsam mit meinem Bruder ging ich die Sache im September, an dem für mich neuen Gewässer, also an. Die ersten Sessions angelten wir fortan mit offenen Augen und sehr mobil. Eine Nacht hier, dann wieder eine dort usw. Unser vorrangiges Ziel war erst einmal, sich einen Überblick über das Gewässer zu verschaffen. Was diese Nächte allesamt gemeinsam hatten waren trockene Matten und Kescher. Die Zeit zur Ernte war definitiv noch nicht reif. Die Wassertemperaturen waren zu hoch und die Fische zogen noch im Hauptstrom des Flusses ihre Bahnen mit dem unser Gewässer in Verbindung steht. Wir mussten also einen Gang zurückschalten und studierten fortan die Pegelstände und Wassertemperaturen. Beinahe täglich morgens und abends klickten wir uns durch die Pegelmessstellen der Kraftwerke bis weit oberhalb unseres Revieres und wollten so herausfinden, mit wie viel Wasser in den darauffolgenden Tagen an unseren Spots zu rechnen war.

Immer im Blick: der Pegel

Was buntes schadet auch im Herbst nicht

Die Saat begannen wir daher anfangs sehr vorsichtig, denn wir wussten, dass noch nicht viele Abnehmer vor Ort waren. Lediglich kleine Pellets und ein paar Hände voll Boilies und Tigers fanden den Weg auf unsere Spots. Wir waren bereit unsere Hausaufgaben zu machen und wandelten Schritt für Schritt in Richtung Oktober. Wir starteten unsere Kampagne also eher gemächlich und übten uns in Geduld, bis zu dem Punkt als Anfang des Monats endlich mit einem Anstieg des Pegels zu rechnen war. Wir hofften, dass dies unser Startschuss sein sollte, schraubten die Futtermenge sofort hoch und bestatteten unser Feld im 2-Tages–Rhythmus mit einer ordentlichen Ration Futter in Form von Tigernüssen und dicken, saftigen Fischmehlboilies. Gehaltvolles Herbstfutter eben. Wer regelmäßig Zeit am Wasser verbringt baut eine gute Verbindung auf und lebt sich in die Aufgabe rein, wir genossen schon die Zeit der Vorbereitung an sich ungemein. Die ersten Angelnächte, nachdem wir die Sache jetzt etwas bedachter angingen, brachten Bestätigung. Die Fische waren in unser Areal gekommen und hatten sich schon an unsere Gaben gewöhnt und das große Fressen begann. Mitte Oktober, Tiefdruck, Regen, Fisch auf Fisch und leere Futtereimer. Die Arbeit machte sich so richtig bezahlt und wir fuhren zum ersten Mal Ernte ein. Was für ein Gefühl! Zumindest für eine Nacht lang, in der das Zusammenspiel von Luftdruck und Pegel stimmte, die darauffolgende Session mit fallendem Wasserstand wurde zur totalen Nullnummer und hat uns gelehrt, auch weiterhin achtsam zu sein, unsere Taktik zu überdenken und die Futtermengen anzupassen.
Nun schreiten wir schon in Richtung November zu und es bleibt also auch weiterhin spannend. Wir bleiben jedenfalls dran!
Einen erfolgreichen Herbst allen News Leser!
Andi Hetzmannseder

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