30.11.15

Von der Saat und der Ernte II - Andi Hetzmannseder

„Steter Tropfen höhlt den Stein“ , sagt eine alte Redewendung. Nach genau dieser Manier wollten wir unsere Angelei nach den Erfolgen Anfang Oktober fortsetzen. Wie waren motiviert, uns sicher, so eine bissige Nacht in diesem Herbst noch einmal wiederholen zu können, wenn wir weiterhin dranbleiben würden, konstant unser Futter sähen und erneut den richtigen Zeitpunkt abwarten würden. Wir waren aber auch um eine Erfahrung reicher geworden. Eine unvorhergesehene Blanknacht holte uns von unserem kleinen Höhenflug schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und lehrte uns, mit Bedacht zu füttern. Glücklicherweise spielen uns aber die Wassertemperaturen mittlerweile etwas besser in die Karten als noch vor einigen Wochen. Die ersten Nächte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt sind ins Land gezogen und dicke Nebelschwaden sind regelmäßige Weggefährten auf nächtlichen Füttertouren sowie beim Angeln selbst. Sie bezeugen, dass die Wassertemperaturen immer mehr fallen, keine 9°C zeigt das Thermometer im Moment noch an. Diesem Umstand ist es auch zu Verdanken, dass sich mehr und mehr Fische in unserem Bereich aufhalten und unsere Ausbeute mittlerweile konstanter ausfällt. Zwischen 2 und 5 Läufe brachten die letzten Einzelnächte jeweils. Kein schlechtes Ergebnis, denn darunter waren auch einige Fische der alten Garde. Ledrige, alte Schuppenkarpfen mit bulligen Schädeln und gefüllten Bäuchen. Um ehrlich zu sein genießen wir den Spätherbst, der ja momentan schon ein bisschen in den Winter übergeht, in vollen Zügen. Wir verbringen viel Zeit gemeinsam am Wasser und teilen unsere Ernte brüderlich auf. Im Anschluss an den Aufbau unseres kleinen Camps, entscheidet die Münze , wer welchen der beiden Spots befischt und danach wird im „Run to Run“ Stil geangelt. So etwas kann man zwar nur mit einigen wenigen Kumpels machen, macht dafür aber richtig Spaß! Im Bezug auf Rigs setzen wir beide auf handgebundene Kombi-Vorfächer aus 2 ganz unterschiedlichen Materialien. Das vereint einfach viele Vorteile, die bei den aktuellen Verhältnissen ihre Stärken unter Beweis stellen. Das steife Rückgrat aus IQ2 Material drückt das Rig immer wieder neu in Position, wenn Brassen und andere Weißfische am Futterplatz auftauchen. Das zweite wichtige Argument für die Verwendung dieses Materials ist, dass Verhedderungen beim Wurf sogut wie ausgeschlossen werden. Darauf muss einfach Verlass sein, wenn die Ruten, meist nachts, auf Distanzen von über 110 Metern ausgeworfen werden und es nicht möglich ist, das Rig im Flug zu beobachten. Der vordere Teil des Rigs besteht aus Dark Matter Braid und wird mit einem Albright Knoten am IQ2 angebunden. Dark Matter Braid sorgt dafür, dass sich der Köder unter Wasser natürlich verhält und effektiv im Fischmaul greifen kann. In Verbindung mit einem Choddy oder Krank der Größe 6 landen somit so gut wie alle gehakten Karpfen auch im Netz.

IQ plus Dark Matter Braid und Choddy, unsere Vertrauens-Kombi

Und so sieht das fertige Rig aus

Wie sehr sich die Konstanz unserer Angelei allerdings noch bezahlt machen sollte, wurde uns erst vor wenigen Tagen klar. In der lang anhaltenden, milden Phase im November bauten wir das Vertrauen in den Futterplatz erneut aus und kamen erst zum angekündigten Wintereinbruch Ende November, mit Ruten bewaffnet, an unseren Platz zurück. Die Bedingungen waren gut. Besser als sie es in diesem Herbst schon jemals waren. Hoher Pegel, Nachttemperaturen deutlich unter Null Grad, Tiefdruck und sogar Schneegestöber. Das ist meist ein in deutliches Fresssignal für die Fische. Was darauf folgte, waren zwei bitterkalte, aber grandiose Angelnächte mit ein paar richtig guten Fischen. Das Timing war perfekt, es war an der Zeit abzuernten. Während ich jetzt diese Zeilen in den Rechner tippe fühlen sich meine Hände noch immer verdammt rau an. Es sind die Nachwirkungen vom Angeln und den eisigen Fotosessions der letzten Tage. Wie eine kleine Erinnerung vom Wasser. Wir kommen wieder!
Wir sehen uns am Wochenende auf der Carp Austria,
Andi Hetzmannseder

Die Bedingungen waren perfekt

Ein guter Morgen

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