08.06.20

Was lange währt... - Loreen Schmidtke

Häufig beginnt die neue Saison auch mit neuen Vorhaben . Davon will ich mich auch nicht freisprechen , aber dieser Text handelt von einem See, den ich schon lange befische. Leider bisher ohne große Erfolge.

Aber erstmal von vorne. Vor ca. 5 Jahren wurde ich schon auf dieses Gewässer aufmerksam. Mit seinen ca. 90 ha kann man schon von einer recht ordentlichen Wasserfläche sprechen. Mit Arealen von beachtlicher Tiefe, Flachwasserzonen und versunkenen Baumstämmen ist es, für die hier häufig strukturarmen Talsperren, sehr abwechslungsreich. Weiterhin ist hier das Ausbringen der Montage mit dem Boot verboten. Somit ist also Werfen angesagt und zwar ausschließlich.

In meiner allerersten Session Ende März fing ich damals knapp 20 Karpfen. Davon jedoch keiner größer als 5-6 Kilogramm. So zog es sich im Großen und Ganzen über all die Jahre. Ich befischte verschiedene Stellen zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Versuchte es mit Langezeitfutterplätzen und auch Instant, doch der Erfolg lies zu wünschen übrig. Andere Gewässer ließen dieses Gewässer mit der Zeit in den Hintergrund rücken, doch trotzdem kehre ich 1-2 mal pro Jahr hierhin zurück. So auch dieses Jahr am langen Himmelfahrtwochenende. Hauptsächlich aus dem Aspekt heraus den aktuell teils überfüllten Gewässern zu entkommen und etwas Ruhe zu finden.

Es war sonnig warm, die Natur zeigt sich in ihren schönsten Frühlingsgrün und ich genoss es am Wasser zu sein, völlig frei von irgendwelchem „Kilodruck“. Ich fischte anfangs mit auffälligen Pop-up am Chod- Rig an der abfallenden Kante einer Landzunge und die Fische stiegen voll darauf ein.
Nach 2 Tagen schwenkte dann das Wetter um. Eine Schlechtwetterlage mit fallenden Temperaturen und Regen zog über uns hinweg. Schon nach kurzer Zeit wurden die Bisse weniger, was mich recht wenig überraschte. Auffällig war allerdings das nun etwas bessere Fische an die Spots kamen. Entgegen meines eigentlichen Planes am Abend zu packen, entschied ich mich, noch eine Nacht zu machen. Am Abend sollte der Regen nachlassen, so konnte wenigstens mal völlig durchnässtes Tackle noch trocknen. Ich änderte meine Futtertaktik auf ausschließlich harte Knoblauch-Fisch Boilies in 22mm. Auch als Köder wählte ich für die letzte Nacht nun einen großen Snowman. Ganz einfach am robusten Kamo- Vorfach in 30lb mit einen Wide Gape in Größe 4 montiert - schlicht und gut. Lediglich für ein gutes Drehvermögens des Rigs ziehe ich noch einen Kicker über das Hakenöhr und perfekt ist eines meiner absoluten Lieblingsrigs.
Eine Montage platzierte ich noch etwas Tiefer auf knapp 4m. Die andere ließ ich bei 2,5m Wassertiefe liegen.
Gegen 5 Uhr fing ich einen kleinen Spiegler, gegen halb 7 meldete sich der Bissanzeiger schon erneut und dieser Fisch gab mal so richtig Gas! Völlig perplex schaute ich zu, wie er mir immer mehr Schnur von der Rolle riss. Kaum hatte ich ein paar Meter gewonnen zog er zur nächsten Flucht ab. Ich hatte schon die Befürchtung einen Waller zu haben und glaubt mir, meine Begeisterung zu diesen Tieren hält sich echt stark in Grenzen.

Nach gut 30 Minuten schob ich dann den Kescher unter einen kampfstarken Schuppi. Und nach all den Jahren war er da endlich, der erste 30er aus diesem See!!! Sicher werden viele sagen, dass das in der heutigen Zeit, in der man immer gewichtigere Karpfen zu sehen bekommt, nichts besonderes mehr ist, aber für mich war es das in diesen Moment und an diesem See sehr besonders. Hier gibt es auch größere Fische. Für mich war das immer klar!
Für jeden Angler haben solche Fische einen anderen Stellenwert, aber ich werde es nicht als selbstverständlich ansehen. Und wenn mich doch einmal der „Überflieger“ einholt, kehre ich hierhin zurück und spüre diese urtümliche Passion des Angelns, um die es sich doch am Ende dreht!


Bleibt dran, Leute!
Loreen

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