05.10.17

Wie tief kann man gehen - Sven Ihne

Als ich an einem der vielen Sommerabende zum See schlendere habe ich nicht viel dabei. Ein Trockennetz mit Boilies, meine Schnorchelmaske und die Badehose. Zwei Untensilien welche ich in den letzten Wochen so intensiv wie lange nicht genutzt habe. Das Gewässer passte zu dieser Art des Angelns- Boote zu nutzen war ein hoher Aufwand und ich befischte eh die nahe Uferkante einer sehr verkrauteten Bucht. Die Spots lagen auf max. 3,5 Metern Wassertiefe und die gute Wasserqualität ließen ein fast tägliches beobachten des Gewässergrundes perfekt zu. Es ist ein erhabenes Gefühl wenn man erneut ins Wasser steigt, sich dem Spot nähert und erkennt das wieder alles- bis auf den letzten Boilie- weggefressen wurde! Sicherer kann man sich nicht sein- die Fische besuchen regelmäßig den Angelplatz! In über 80 Hektar Wasser bei überschaubarem Karpfenbestand eine vertrauenerweckende Kiste! Ende Juli erreichte die Sache ihren Höhepunkt ich konnte nahezu in jeder Nacht welche ich am Wasser verbrachte einen Fisch fangen. Nach einigen zufriedenstellenden Sessions kam allerdings die befürchtete Wende. Das Futter blieb liegen, erst einige Boilies und später immer mehr. Es ging soweit das ich nicht mehr beurteilen konnte ob überhaupt Fische gefressen hatten oder nur einige Wasservögel den Platz sporadisch leerräumten. Einige Blanks in der folgenden Zeit bestätigten meine Vermutung. Die Fische schienen sich zum Spätsommer hin in tiefere Bereiche zurückzuziehen! Zeit für mich die Taktik umzustellen! Ich begann Uferkanten zu suchen welche bis auf 10 Meter runtergingen, jedoch achtete ich stets darauf auch in den abfallenden Bereichen um 8 Meter fischen zu können. Absolute Steilkanten schloss ich also kategorisch aus. Ich mag es wenn ich am Spot einen gewissen Tiefenspielraum habe wo ich je nach Wassertemperatur reagieren kann. So fische ich jetzt zum Spätsommer hin die 8 Meter tiefen Bereiche, wenn die Wassertemperatur konstant sinkt liegt dann auch ein Köder in 10 Metern Tiefe!
Die erste Session in der letzten Woche startete mit perfekten Bedingungen. Zwei Tage wütete bei uns in Nordrhein Westfalen ein Sturm aus Westen, das Wasser wurde stark durchmischt und bekam eine ordentliche Ladung Sauerstoff zugefügt. Genau das Wetter welches ich nun benötigte um zu testen ob das Futter angenommen wurde!
Am ersten Abend unter dem Schirm merkte man deutlich das der Sommer in den letzten Zügen steckt. Frühe Dunkelheit, eine Kerze und zwei gemütliche Hoodies übereinander ließen Gemütlichkeit einkehren. Die Nacht und der folgende Tag verliefen ruhig und ich dachte etwas beunruhigt an meinen Platz im flacheren Seeteil. Leichte Zweifel kamen auf, doch der nächste morgen brachte letztendlich den erhofften Erfolg. Der große Spiegler welcher auf einen Schneemann, gebunden aus Camou und einem Longshank X biss, war ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Natürlich kann es sein das ich bei diesem guten Angelwetter auch in flacheren Bereichen gefangen hätte, jedoch wollte ich testen ob meine Vorahnung ernstzunehmen war. Als Faustregel gilt, je kälter das Wasser wird, desto tiefer Fressen die Fische.
Der Herbst steckt in den Startlöchern, diese Phase sollte man nutzen. Also, raus ans Wasser und keine Angst vor der Tiefe...

Sven Ihne

Pop Ups laufen in allen Tiefen

Die Fische zogen in tiefere Gefilde

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