11.02.16

Winter, oder nicht - Jan Brase

Mensch, was waren das für komische Monate. Sturmböen satt, Regenfälle en masse statt Schnee und Eis, tiefer statt hoher Luftdruck und warme West- statt kalte Ostwinde. Man könnte meinen, der Winter wird erst noch kommen und wir stecken voll im Spätherbst drin. Doch wir haben nicht mehr Anfang Dezember, sondern Mitte Februar. Sollte heißen, dass normalerweise bei mir im Norden die Seen zu sind und man sich jeden Abend langweilt, Rigs bindet und die (a)sozialen Medien sowas von satt hat. Doch all dies hat mich diesen "Winter" nicht so getroffen wie gedacht. Bis zum Jahreswechsel hatte das Wasser immer noch zum Teil 7,5°C und die Fische liefen wie hulle. Im Januar musste ich dann doch zwangsläufig 2 Wochen Pause nehmen, da doch der Winter ernsthaft versuchte, sich durchzusetzen. Doch das war jetzt nicht wirklich tragisch, das Eis war relativ schnell wieder von der Wasserfläche verschwunden und die Fische waren immer noch gut am Fressen. Ich konnte vom Dezember bis jetzt 33 Fische auf meiner Matte begrüßen, so gut lief es bei mir in diesen Monaten noch nie. Gerade die Wochen nachdem der See zu war dieses Jahr haben mich wirklich gewundert. Gleich in der ersten Session konnte ich sage und schreibe 15 Läufe für mich verbuchen und das in gerade einmal 2 Nächten. Ein Karpfen biss sogar 30 Sekunden nachdem die Montage auf dem gewünschten Spot lag und ich die Rute noch in der Hand hatte, Wahnsinn! Da fragt man sich wirklich, ob man sich im Winter befindet oder man diese Jahreszeit dieses Mal einfach überspringt. Aber natürlich soll das keine Kritik sein, mich freut das ja und ich denke viele werden meine Meinung teilen.

Power trotz Kälte

Und im Kescher, knallige Farben fangen immer

Was mich zusätzlich gefreut hat ist, dass wirklich ein Haufen besonders schöne Karpfen meinen Köder mochten. Da waren wirklich einige Highlights dabei, ein paar toll beschuppte Spiegler, ein Fully Scale und dann kam auch noch ein Schuppi ans Tageslicht mit blauen Flossen. Wie ich wohl geguckt habe als ich das gesehen habe ?! Für mich essentiell wichtig, um im Winter erfolgreich zu sein: Gutes Futter, das COG System als Hakmaschine gepaart mit den Kurv Shank XX Haken und man muss wissen, wo sich die Fische aufhalten, ansonsten sitzt man ziemlich ruhig auf der Stelle und die Matte bleibt trocken. An meinem Wintergewässer stehen die Fische voll auf auffälliges, aminosäurenreiches, lösliches Grundfutter. Mein Stickmix besteht dann aus Grundfutter basierend auf Milchbasis, Dosenmais, Micropellets, zercrushte sowie halbierte Boilies. Desweiteren kommt ein Liquid mit rein, welches voller Aminosäuren steckt. Zum Schluss kommt noch Leben in die Bude, große Mengen Maden gehören für mich einfach bei kalten Wassertenperaturen dazu. Auch das Kiana Goo (Almond Surpreme) findet bei mir oft Verwendung, gerade wenn der Himmel klar und die Sicht gut ist spielt dieses Liquid voll seine optischen Stärken aus. Aus dem Futter mache ich dann kleine PVA Sticks, die ich dann auf das Vorfach schiebe und auf den Spot mit rauswerfe. Zusätzlich und je nach Heißhunger der Karpfen kommen dann noch 1-3 Spombs hinterher, um auf einem engen Umkreis genug attraktives Futter liegen zu haben. Die Fische scheinen dieses Aufprallgeräusch der Spomb auch im Winter genau mitzubekommen und dieses als Futterquelle zu akzeptieren, denn je länger die Session dauert und das Futter eingebracht wird desto schneller wird der Beißrhythmus der Karpfen. In den nächsten Wochen werden die Gewässer, die ich befischen werde wieder größer und wer weiß, vielleicht ist dann ja schon die erste Bombe am Haken?!

Tight Lines,
Jan Brase

Almond Goo ist ein Favorit

PVA-Sticks und Maden, top im Winter

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