06.02.13

Winterkarpfen bei Hochwasser – Patrick Wanhal

Wir haben eine kurze Nachricht von unserem Freund Patrick Wanhal aus Österreich bekommen. Patrick hat in eiskalten winterlichen Bedingungen, bei denen zusätzlich auch noch Hochwasser herrschte einen Flusskarpfen gefangen.
Wir gratulieren!

PW:
Normalerweise ist der Januar jener Monat, wo bei uns gar nicht ans Karpfenangeln zu denken ist. Die stehenden Gewässer sind meist zu, teilweise sind sogar die Buhnenfelder am Strom mit einer Eisdecke bedeckt wodurch es auch da eher wenig Sinn macht. Das ist dann jene Zeit, welche für mich besonders zermürbend ist und die Entzugserscheinungen schon ihren Höhepunkt erreicht haben! Dieses Jahr war der Saisonanfang aber anders, denn die milden Temperaturen brachten statt Schnee viel Regen und folglich stieg der Wasserpegel der Donau um einige Meter an, natürlich auch der des Altarmes und so wurde die Eisdecke binnen weniger Stunden weggespült. Nun war das Eis zwar weg und ich konnte endlich die erste Session im neuen Jahr starten, doch jetzt ergaben sich wieder andere Hindernisse! Es gab kaum einen Quadratmeter wo ich nicht mindestens bis zu den Knöcheln im Schlamm versank, zusätzlich machte mir das viele Treibgut das Leben schwer, schließlich wurde aus dem Altarm, der sonst ruhig da liegt, ein Fluss mit einer relativ starken Strömung! Letztendlich fand ich eine kleine Bucht mit einer leichten Kehrströmung, auch der Schlamm am Ufer, wo ich mein minimales Tackle aufbaute, hielt sich halbwegs in Grenzen. Die Wassertemperatur zeigte knapp über 3 Grad, was mich aber nicht im geringsten entmutigte denn gerade bei Hochwasser sind die Fische durch die Strömung schon fast gezwungen die ruhigeren Zonen auf zu suchen und genau da sah ich meine Chance! Meine Taktik wählte ich ganz einfach, eine Montage mit einem 18mm Boilie + Pop up Corn, die andere mit dem „Stiff Hinge Rig“ und einem Dumbell Popup ebenfalls mit einem Pop up Corn. Gefüttert hatte ich natürlich nur ein paar Boilies, welche ich mittels Kutter viertelte und am Spot verteilte. Wie eigentlich erwartet tat sich lange Zeit absolut gar nichts und innerlich hatte ich mich mit dem nächsten Schneidertag abgefunden. Ich spielte auch schon mit dem Gedanken auf zu geben denn mittlerweile war es schon ziemlich unangenehm, zumal auch ein leichter Wind aufkam. Ein Blick aufs Handy zeigte mir den Wetterbericht, der in den nächsten Tagen wieder kalte Temperaturen prophezeite! Dies veranlasste mich noch ein wenig durch zu halten, wahrscheinlich wäre es die nächsten Wochen ohnehin wieder unmöglich gewesen angeln zu gehen wenn die Temperaturen in den Keller sinken! So saß ich in meinen Karpfenstuhl und ließ die Zeit vergehen, doch dann hob sich endlich der Hanger der rechten Rute welche mit dem Pup up Dumbell bestückt war, die Rutenspitze bog sich leicht nach unten und der Freilauf gab zögerlich und ruckartig die Schnur frei! Alles deutete erst auf eine Brassse hin, doch nach dem Anschlag war klar dass dies mein erster Karpfen im neuen Jahr war, auch mein erster Januarkarpfen überhaupt in diesem Gewässer! Die Gegenwehr war wie erwartet sehr schwach und der Drill dauerte keine Minute. Ich war trotzdem aufgeregt als wäre es mein neuer Personal Best, denn alltäglich ist ein Karpfen um diese Jahreszeit nicht gerade, schon gar nicht an einem Donau-Altarm! Die Waage zeigte 10,20kg, was in diesen Gewässern eher über dem Durchschnitt liegt. Das neue Jahr beginnt so gut wie das Alte aufgehört hat, so kanns ruhig weiter! Mal sehen was 2013 noch so bringt…

Tight lines
Patrick Wanhal

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