21.11.16

Zeit zu gehen - Florian Woldt

Es kommt mir fast vor, als hätte ich ein deja vu. Wie im Jahr zuvor verabschiedete sich der Sommer wie immer viel zu schnell, die Tage werden kürzer und die Nächte deutlich kälter. Manchmal erscheint es so, als würde das alles über Nacht passieren. Nun ist er schon fast wieder weg, der Herbst. Die Jahreszeit der starken Westwinde, der lang andauernden Tiefdruckgebiete und der klamm feuchten Nächte. So munkelt man zumindest, denn die Realität sieht momentan schon wieder ganz anders aus. Starker Ostwind und ständig schwankender Luftdruck. Wahrhaftig kein perfektes Fangwetter, aber davon einschüchtern lassen sollte man sich trotzdem nicht. Wie auch im vergangenen Jahr habe ich mir vorgenommen, den gesamten Herbst und auch im Winter einen Platz regelmäßig unter Futter zu halten. Meine Wahl fiel auf einen 20 ha großen Baggersee, den ich nun schon ein paar Jahre in Folge mehr oder weniger intensiv befische. Meine Karte für dieses Gewässer läuft mit Ende des Jahres aus und somit endet nun auch für mich die Zeit an diesem Gewässer. Neue Pläne sind für 2017 geschmiedet und damit verbunden auch neue Seen und Herausforderungen. 
Für meinen Dauerfutterplatz wählte ich einen Bereich im See, welcher einen Großteil des Jahres nur wenig Befischungsdruck ab bekam. Eine ufernahe Kante von 4,2 Meter Tiefe in lockerer Wurfweite am Ostufer eignete sich perfekt, um auch ohne Boot schnell größere Mengen an Futter mit der Kelle einzubringen. Im Abstand von 2 Tagen verteilte ich auf einer Fläche von etwa 20 Quadratmetern eine Mischung aus Big Fish 60 ICE Boilies, Tigernüssen und frischen Pellets. 
Knapp 2 Wochen vergingen, bis ich mich das erste mal für eine kurze Nacht zwischen den Schichten auf den gut präparierten Platz begab.

Montagen technisch setzte ich wie so oft in letzter Zeit auf eine einfache Noknot Variante mit weichem Haar und Rig Ring am Krank x. Gebunden aus Korda Kamo oder N-Trap semistiff in 30 lbs. Ein 100 Gramm Flatpear am Hybrid Clip, dazu etwa ein Meter Kable Leadcore und fertig ist der Zauber. Die Nacht verging komplett ohne Aktion und erst am frühen Morgen kurz vor dem Einpacken bekam ich in kurzer Zeit 2 Bisse, wovon ich leider nur einen verwerten konnte. Ich war mit diesem Ergebnis nicht wirklich zufrieden, jedoch waren die Bedingungen auch nicht optimal und somit fütterte ich nochmals kräftig nach und hielt den Platz weiterhin unter Futter. Bereits 5 Tage später startete ich den nächsten Anlauf und fuhr für ein paar Stunden nach der Nachtschicht direkt zum See. Bereits eine knappe Stunde später bekam ich den ersten Biss. Einer der Fische aus dem Altbestand hatte meinen kleinen Wafter genommen. Um es kurz zu machen, es folgten noch unglaubliche 9 weitere Bisse in kurzer Zeit. An Schlaf war nicht zu denken. Einfach der Wahnsinn. Auch die nächsten kurzen Sessions über Tag liefen wirklich absolut grandios und ein guter Fisch nach dem anderen landete auf der Matte und verriet durch Ausscheidungen, das mein Futter gut angenommen wurde. Viele der Karpfen kannte ich schon aus der Vergangenheit und es schien, als wollten sie sich alle nochmals verabschieden. Für mich ein eindeutiges Zeichen. Time to Go. Aufhören, wenn es am schönsten ist. Jedoch fiel mir der vorzeitige Abschied nicht sonderlich schwer. Meine Speicherkarte war voll und Zuhause wartetn mein kleiner Sohn und meine Frau auf mich. Viel zu oft mussten sie in der Vergangenheit zurück stecken und sich mit nur sehr wenig gemeinsamer Zeit zufrieden geben. Diese Tatsache soll sich nun ändern. Das restliche Jahr werde ich mich eher sporadisch instant an ein paar kleineren Gewässern versuche.


Bis dahin euch allen einen erfolgreichen Herbst !


Alles da für schnelle Bisse.

Der perfekte Herbstfisch!

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