26.11.18

Zeitlos | Mein 2018 - Felix Hetzmannseder

Die Vorbereitung für den Angelurlaub ins Nachbarland mit meiner Freundin waren schon fast abgeschlossen. Futter besorgt, Partikel gekocht und der Bus fast fertig beladen, jedoch musste ich einfach noch einmal an den See, an dem ich im Frühling so wenig fing.
Gerade die Prüfung hinter mir, schon war ich am Weg an genau diesen See. Die Stunden zwischen Prüfung und Ergebnisverkündung nutzte ich um einen „Prüfungsfisch“ zu ergattern. Schnell waren meine beiden Ruten mit weißen, schnell wirkenden Hi Impact Ködern von Mainline Baits bestückt und am Fuß eines Plateaus und in die Kante abgelegt. Ein paar Boilies mit dem Eazi Stick sollten mir zum schnellen Erfolg verhelfen. Ob das wohl klappen sollte? Ja - tat es! Gleich sieben Fische in nur vier Stunden, konnte ich so überlisten. Auch einen langen 30 pfündigen Schuppenkarpfen und mehrere gute 20iger glitten über die Maschen meines Keschers. Kaum ist der Kopf frei, läuft´s. Yess! Ich war sowas von auf einem Hoch.

Voller Erwartung und Vorfreude starteten wir, nach meiner Ergebnisverkündung in den lange ersehnten Angelurlaub an einen durchaus recht großen Baggersee von 450 ha. Durch den relativ hohen Angeldruck, welchen wir dort vorfanden, entschieden wir uns für eine zentral gelegene Stelle an der sich viele Ausweichmöglichkeiten baten. Dies sollte sich später als goldrichtig herausstellen.
Da für mich dieser Trip der erste an ein Gewässer dieser Art war, wusste ich nicht genau was mich da anglerisch erwartet. Starker Wind erschwerte mir die Spotsuche in meinem nicht einmal 2m langen Schlauchboot noch zusätzlich. Ausgestattet mit H- Bojen, Schwimmweste und Echolot suchte ich das Areal, welches uns vorgelagert war, ab. Einige vermeintlich gute Spots konnte ich schnell ausmachen und begann auch direkt einige Ruten zu platzieren.
Bei der Wahl meiner Schnüre griff ich, wie so oft auf den 50lb XT Snag Leader und die Subbraid in 15lbs zurück. Ebenso einfach blieben die Rigs, simpel aber fängig lautete die Devise. 20mm Fischmehlboilies mit einem Fake-Maiskorn in Pink sollten mir Fisch bringen - auf diese Kombi habe ich einfach absolut Vertrauen und schon in der Abenddämmerung konnte ich einen etwa 10kg schweren Schuppenkarpfen landen. Das läuft doch schon mal an.

Den zweiten Abend kündigte sich Besuch an. Josef Szalma aus dem deutschen Team Korda stattete uns einen Besuch ab. Wir hatten uns viel zu erzählen - wie das nunmal ist, wenn man sich längere Zeit nicht gesehen hat. Wir saßen bis spät in die Nacht und quatschen über erlebtes.
Die kommenden Tage brachten uns einige richtige Brocken bis weit über 20kg. Was für ein geiler erster Trip an ein derartiges Gewässer, sagte ich mir immer wieder, wenn ich den nächsten im Drill hatte. Im Morgengrauen des 4 Tages, als ich gerade im Begriff war, einen Kaffee aufzusetzen, drang der Ton meines Bissanzeigers durch die dicken Nebelschwaden, die uns von den Ruten trennten. Gemächlich zog mein gegenüber die letzten Wicklungen meiner Schnur von der Rolle. In einem Schwung ins Boot gehüpft und los ging der Drill über kristallklarem, 16 Meter tiefen Wasser. Dass es ein guter Fisch sein musste, war mir schon nach wenigen Minuten klar, denn ehe ich mich versah, zog mein Kontrahent mich weiter unwerter auf die offene Wasserfläche raus. Schritt für Schritt konnte ich den Karpfen ermüden und schlussendlich nach über einer ganzen Stunde im Boot, dieses Monster von einem Schuppenkarpfen sicher landen.
Satte 27,7kg - Fv**king YEAAAAAH!!!
Am Ufer angelangt weckte ich erstmal meine Freundin um mir ein paar Erinnerungsbilder zu schießen. Ab diesem Zeitpunkt war der Urlaub für mich schon gelaufen, so voll von Freude war ich.
In der letzten Nacht, konnte meine Freundin dann auch noch ihren PB von 17 auf 18,2kg steigern. Mehr geht echt nicht! …

Wir lesen uns hoffentlich bald im dritten Teil meiner Serie „Zeitlos - Mein 2018“

Haut rein,
Fel Hetzmannseder

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