03.07.13

Zig-Sternstunden für Daniel Brünkmanns

Sternstunden – oft davon gelesen und noch öfter herbeigesehnt, aber leider Gottes habe ich sie viel zu selten erlebt.
Selbst wenn man seine Angelei immer mehr perfektioniert und scheinbar wenig dem Zufall überlässt, kommt es doch in den seltensten Fällen zu einer Konstellation in der einfach alles, aber auch alles perfekt zusammen passt und es Schlag auf Schlag beißt.

Eine solche Sternstunde, oder vielmehr Sternstunden durfte ich jetzt erleben. Aber schön der Reihe nach. Gestern zum Nachmittag nach der Arbeit zog es mich ans Wasser. Ich entschloss mich für eine Tour ins benachbarte Holland. An einen schönen See den ich in diesem Jahr aber leider erst zweimal kurz befischen konnte. Ich habe mir bereits auf der Arbeit den Kopf zerbrochen, mit welcher Taktik ich zu werke gehen wollte, entschloss mich aber mal wieder (wie so oft) „alles“ mitzunehmen, um gewappnet zu sein. Ich wollte mir vor Ort ein genaues Bild der Lage machen und dann die Angelmethode anpassen. Da der See eigentlich immer unter massivem Angeldruck steht (30 - 40 Angler sind am Wochenende keine Ausnahme sondern die Regel!!!), war ich doch sehr verwundert, bei bestem Kaiserwetter (27°C, blauer Himmel u. leichter Südostwind) nur 6 andere Angler am See anzutreffen. Dies ist jedoch für gewöhnlich an diesem See kein gutes Zeichen und steht meist für schlechte Fänge. Ich hatte vor lauter Vorfreude auch die Laichzeit völlig außer Acht gelassen und befürchtete jetzt schon, dass die Fische vielleicht mittendrin waren. Das bestätigte sich bei einer Erkundungsrunde um den See aber glücklicherweise nicht. Was sich aber zu meiner Ernüchterung bestätigte waren die schlechten Fangquoten der 6 Angler am See. Einige waren schon seit ein paar Tagen vor Ort, ohne einen einzigen Piep gehabt zu haben. Andere fischten schon seit dem Morgengrauen, jedoch mit dem gleichen Resultat. Lediglich ein Angler hatte am Vormittag einen Karpfen gefangen. Leider konnte ich bei meinem Rundgang auch keinen einzigen Karpfen ausmachen, weder im Flachwasser, noch an der Oberfläche wo ich die Fische bei der Wetterlage eigentlich vermutet hätte. Aber die Fische verhalten sich eben doch häufig genug anders als es im Lehrbuch steht, oder wir es vermuten.

Jetzt war guter Rat teuer. Ich überlegte kurz noch an einen anderen See in der Nähe zu fahren, beschloss dann aber, alles auf eine Karte zu setzen und einfach anderes zu angeln als die 6 mehr oder weniger erfolglosen Kollegen am Wasser. Denn eines hatten alle 6 gemeinsam. Sie fischten entweder alle am Grund und / oder an der Oberfläche mit Schwimmbrot. Da die Fische weder am Grund noch an der Oberfläche fraßen, entschied ich mich für Zigrigs. Beim Fischen mit Zigs gehe ich nahezu immer gleich vor. Ich beginne zunächst mit einer Rute kurz über Grund und mit der andern kurz unter der Oberfläche. Dann wird jede halbe Stunde die Tiefe angepasst und die Zigs werden dabei einander angenähert. Irgendwann ist dann das eine Zig am Grund und das andere an der Oberfläche angekommen, dann beginnt das ganze Spiel wieder von vorne. Auch diesmal ging ich wieder so vor und fütterte dazu noch jede halbe Stunde bei der Anpassung der Tiefe meinen „spezial Zigmix“ (mehr dazu später auf der Website). Und wenns gut läuft hat man irgendwann die richtige Tiefe gefunden, in welcher sich die Fische gerade (warum auch immer) bevorzugt aufhalten und die Chancen auf einen Biss steigen. Gestern war dies genau einen Meter unter der Oberfläche bei 4 Meter Wassertiefe, 15 Meter vor einer Insel. Denn nach einer Stunde und beim erreichen dieser Tiefe, schlug das erste Mal eine der beiden Ruten kräftig aus (ein typisches Szenario bei Bissen auf Zigs) bevor der ersehnte Vollrun erfolgte. Nach einem Drill auf biegen und brechen, in welchem sich der Fisch mehrfach in den zahlreichen Seerosen und Schilf festsetzte, konnte ich den Ersten der Session ins Netz bugsieren. Von nun an wurde es stressig (jedoch im positiven Sinne) denn das war sie, die Tiefe und von jetzt an passte einfach alles. Um es kurz zu machen, ich konnte ab jetzt nur noch mit einer Rute angeln. Der Grund hierfür war schlichtweg jener, dass die Fische allesamt mega Drills ablieferten und vom Biss bis zum Zurücksetzen des Fisches schon mal schnell 20 Minuten vergehen konnten – die Bisse kamen nie später als 10 Minuten, nachdem die Rute im Wasser lag. Am Ende konnte ich in knapp 7 Stunden Angeln 10 gute Fische haken, wovon ich schlussendlich 7 Keschern konnte. Nebenbei hatte ich noch 3 kräftige Ausschläge der Rutenspitze – ein eindeutiges Zeichen für einen Fehlbiss ist. Ich kam mir vor wie ein Stipper der gerade einen Lauf hat, nur eben mit Karpfen und beringter Rute. Sternstunden bei echtem Kaiserwetter – und ich durfte sie erleben. Probiert es auch mal mit Zigs, mir hat es die Session gerettet!

Tight lines
Daniel

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